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Fahnenschwenken

FahnenschwenkenEine Tradition im Schützenwesen

Das Fahnenschwenken hat eine lange Tradition. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, insbesondere der BdSJ als dessen Jugendverband, widmet sich in besonderer Weise diesem althergebrachten Brauchtum. Das Fahnenschwenken geht in seinem Ursprung auf die Darstellung der Fesselung und Entfesselung des Hl. Sebastianus und auf den Kampf des Heiligen Georg gegen den Drachen, als Kampf des Guten gegen das Böse, zurück.
Durch das Fahnenschwenken wird in besonderer Weise des Hl. Sebastianus, dem Schutzpatron unseres Bundes, gedacht.
In der Diözese Trier pflegt der BdSJ das Rheinische Fahnenschwenken durch Lehrgänge und Wettbewerbe beim jährlichen Diözesanjungschützentag.

A. Historischer und christlicher Hintergrund der einzelnen Griffe beim Fahnenschwenken

Wenn das Fahnenschwenken in einer bestimmten Reihenfolge geschieht, nennt man es das „St. Georg Fahnengebet“. In diesem Gebet liegt eine wesentliche christliche Grundlage. Diese Grundlage heiligt die Handlungen des Schwenkers und der Gruppe, zu der er gehört. Die einzelnen Griffe haben in diesem Zusammenhang folgende Bedeutung:

1. Schwenken über dem Kopf: Gruß an den Vater im Himmel; eine Bitte um Mut um den Kampf ehrlich zu vollführen. Bitte um Stärke.

2. Über den Kopf werfen: Verherrlichung der Schutzheiligen. Der Schwenker will sein Bestes geben.

3. Um die Brust schwenken: Der Schwenker wird eingeladen, alle Kraft zu benutzen, auch wenn es sein Leben kosten kann.

4. Um die Knie schwenken: Er muß sich geschmeidig halten, dass er immer knien kann.

5. Um die Knöchel schwenken: Wenn der Kampf schwierig wird, Schwenker, tue deine äußerste Pflicht, die Fahne schwenken zu lassen. Insbesondere halte sie rein.

6. Hinter dem Rücken schwenken: Von allen Seiten wird der Schwenker angegriffen. Von allen Seiten droht Gefahr.

7. Kniend Schwenken: Der Feind versucht, den Schwenker auf die Knie zu zwingen. Er wird niedergedrückt.

8. Über die Fahne schreiten: Der Feind will die Fahne nehmen, aber der Schwenker verhindert das. Deswegen schwenkt er die Fahne unter den Beinen durch, über den Boden und danach über den Kopf. Er wehrt damit ab.

9. Aufrollen der Fahne: Der Kampf ist beendet. Der Schwenker hat gewonnen.

Aus dem Fahnengebet heraus sind die heutigen Fahnenschwenkwettbewerbe entstanden.

B. Klassen

1. Einzelschwenker:

1.1. Pagenklasse 1: Jungen und Mädchen bis zum vollendeten 10. Lebensjahr

1.2. Pagenklasse 2: Jungen und Mädchen bis zum vollendeten 15. Lebensjahr

1.3. A1: Damen bis zum vollendeten 24. Lebensjahr

1.4. A1: Herren bis zum vollendeten 24. Lebensjahr

1.5. A2: Herren ab dem 25. Lebensjahr

1.6. B1: Damen bis zum vollendeten 24. Lebensjahr

1.7. B1: Herren bis zum vollendeten 24. Lebensjahr

1.8. B2: Damen und Herren ab dem 25. Lebensjahr

2. Gruppen

2.1. Gruppensynchronschwenken

2.1.1. Die Gruppen sollten mindestens aus 3, maximal aus 6 Schwenkern bestehen, die auf einer vorgegebenen Wettkampffläche von mindestens 15 x 15 Meter eine in gemeinschaftlichem Auftreten, gleichmäßigen und zueinandergehörigen Schwenken zum Rhythmus einer von den Gruppen selbstgewählten Musik synchron schwenken.
Der Veranstalter darf aufgrund Platzmangels die Wettkampffläche auf mindestens 12 x 12 Meter herabsetzen. Dies muß in der Ausschreibung bekannt gegeben werden.

2.2. Gruppenschauschwenken

2.2.1. Die Gruppe darf aus beliebig vielen Personen bestehen. Die Wettkampffläche ist wie beim Gruppensynchronschwenken gleich.

3. Mannschaften

3.1. Mannschaften müssen zu Beginn einer Veranstaltung namentlich in einem verschlossenen Briefumschlag dem Verantwortlichen des Wettbewerbs gemeldet sein. Der Ausrichter gibt den Mannschaftsführern vor dem Wettbewerb einen Mannschaftsmeldebogen, auf dem die Mannschaftsmitglieder eingetragen werden müssen. Die Umschläge dürfen erst nach beendetem Wettbewerb geöffnet werden.
Eine Mannschaft besteht aus je einem Teilnehmer Pagenklasse, der B-Klassen und der A-Klassen.

3.2. Teilnehmer, die für einen Verein starten, müssen auch in der Einzelwertung für diesen starten.

3.2. Ein Teilnehmer kann nur für eine Mannschaft gemeldet werden.

C. Fahnengröße

1. Pagenklasse 1: Länge und Breite der Fahne müssen mindestens 1,20 m ergeben.

2. Pagenklasse 2: Länge und Breite der Fahne müssen mindestens 1,80 m ergeben.

3. Klasse A1: Länge und Breite der Fahne müssen mindestens 2,80 m ergeben.

4. Klasse A2: Länge und Breite der Fahne müssen mindestens 2,80 m ergeben.

5. Klasse B1: Länge und Breite der Fahne müssen mindestens 2,20 m ergeben.

6. Klasse B2: Länge und Breite der Fahne müssen mindestens 2,20 m ergeben.

7. Dem Veranstalter steht das Recht zu, nach dem Start die Fahnen nachzumessen. Das Fahnentuch wird gemessen von Naht bis Naht des Tuches. Die Schlaufe wird ebenso wie die Fransen nicht mitgemessen. Eine Toleranz von 1 cm ist zulässig.

D. Schwenkzeit

1. Einzelwertung

Die Schwenkzeit setzt sich aus der Pflicht, der Pause und der Zeit für die Kür zusammen.

1.1. Pagenklasse: Pflicht 30 Sekunden, Pause 10 Sekunden, Kür 60 Sekunden

1.2. Klassen A1, A2, B1, B2: Pflicht 30 Sekunden, Pause 10 Sekunden, Kür 90 Sekunden

1.3. Anfang und Ende dieser Zeiten werden akustisch und optisch angezeigt. Die Reihenfolge ist einzuhalten.

2. Gruppensynchronschwenken

2.1. Die Schwenkzeit darf 5 Minuten nicht überschreiten – inklusive Auf- und Abmarsch. Sie muß aber mindestens 3 Minuten betragen. Die Zeit beginnt, wenn der erste Schwenker das Feld betritt und endet wenn der letzte Schwenker das Feld verlässt.
Bei Bundesmeisterschaften wird diese Zeit offen mittels einer LED-Anzeige gemessen.

3. Gruppenschauschwenken

3.1. Die Schwenkzeit darf hier 10 Minuten nicht überschreiten.

Nähere Einzelheiten zur Bewertung der einzelnen Griffe, sowie Musik und Startberechtigung können den Richtlinien zur Bundesordnung für das Fahnenschwenken im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. Köln entnommen werden.

Bund der St. Sebastianus Schützenjugend Diözese Trier, Im Teichert 110a, 56076 Koblenz ( 0261 – 33 456 )